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Was sind Tannine und andere Weinfragen – Teil 1

Seit wir über Wein schreiben, tauchen immer wieder alle möglichen Fragen auf. Mit einiger Recherche können wir diese leicht beantworten und werden von Beitrag zu Beitrag schlauer. Klar, ein echter Weinexperte wird man noch nicht, wenn man auf Google nach den Begrifflichkeiten sucht. Aber man lernt von mal zu mal dazu. Wir sammeln unsere Fragen in unserem Blog und portionieren diese in verdaulichen Abschnitten à zehn Weinfragen. Heute nun der erste Teil.

Was bedeutet Bouquet?

Den Geruch eines Wein im Glas nennt man Bouquet (französisch: Blumenstrauß) oder Bukett. Beide Schreibweisen sind möglich. Das Bouquet ist ein wichtiges Kriterium bei der Beurteilung eines Weins.

Der Duft spielt beim Wein eine große Rolle, da dieser während seiner Reifung aus den einzelnen Aromen der verwendeten Trauben entsteht und einzigartig ist. Einzelne Aromen entwicklen sich also zu einem Gesamtbouquet.

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Die größte Rolle beim Bouquet spielen Rebsorte, Anbaugebiet bzw. Boden und der Jahrgang.

Was sind Tannine?

Tannine sind erst einmal ganz natürliche Inhaltsstoffe in der Weintraube. Sie kommen in den Schalen, den Kernen, den Stielen und sogar in den Baumblättern vor.

Hier ein tolles Video zur Frage “Was sind Tannine”. Es ist verständlich und kompakt.

Ein anderer Begriff für Taninne ist “Gerbstoff”. Dieser hat Einfluss auf alle möglichen Eigenschaften des Weins: Haltbarkeit, Farbe, Textur und Reifung. Tannine, oder die Gerbstoffe, schätzen den Wein vor Oxidation. Dadurch verhindern sie unerwünschte Aromen.

Woher kommen Tannine im Wein?

Tannine sind also von Natur aus in den Trauben enthalten. Doch wie gehen sie in den Wein über? Hierzu spielt die Maischegärung eine zentrale Rolle. Hier wird bei jeder Rebsorteunterschiedlich vorgegangen.

Im Durchschnitt hat die Maische eine Standzeit von circa 24 Stunden. Mit der Gärung wird das Tannin aus den Schale gelöst. Dadurch beginnt die Umwandlung von Zucker zu Alkohol. Während der Gärung lösen sich die Tannine. Je öfters die Maische verwendet wird, desto mehr Tannine gehen aus den Schalen in den Wein über.

Tannine kommen insbesondere bei Rotweinen vor. Weißwein hat nur einen geringen Anteil an Tanninen. Warum ist das so? Bei der Rotweinherstellung werden die Trauben mit Kernen und Schale vergoren. Dadurch wird nicht nur mehr Farbe, sondern eben auch mehr Tannine aus den Rohstoffen des Weins herausgelöst.

Wir hoffen, Du kannst nun die Frage “Woher kommen Tannine im Wein” beantworten.

Woher kommt die Säure im Wein?

Die Säure wird mit dem pH-Wert gemessen. Das ist wie bei Seife. Beim Wein ist die von der Rebsorte abhängig. Und auch von den Mineralstoffen des Bodens, auf dem der Wein angebaut wird.

Dabei gibt es drei Arten von Säure in einer Weinbeere: Weinsäure, Äpfelsäure und Zitronensäure. Diese Säuren werden also von der Raube bereits “mitgebracht”. Bei der weiteren Verarbeitung der Trauben entstehen dann weitere Säuren. Dazu zählen Essigsäure, Buttersäure oder auch Milchsäure. Je länger die Gärung dauert, desto mehr variiert der Säuregehalt eines Weins.

Wie viel Zucker ist im Wein?

Grundlage des Weins ist der Traubensaft. Winzer sprechen hier von Most. Mit der alkoholischen Gärung wird der Most zu Wein.

Bei der Verarbeitung der Trauben gelangt der Zucker in den Most. Der sogenannte Mostzucker dient den ebenfalls enthaltenen Hefen als Nahrung und wird dann in Alkohol umgewandelt. Je mehr Zucker im Traubensaft enthalten ist, umso mehr Alkohol Volumen enthält später der Wein.

Die Dauer der Gärung hängt davon ab, wie schnell die Hefen nicht mehr lebensfähig sind. Denn dann ist der angestrebte Alkoholgehalt erreicht. Je früher der Gärvorgang beendet wird, desto mehr Restzucker befindet sich dann im Wein.

In Abhängigkeit des Restzuckergehalts wird ein Wein dann, nach klaren Regeln, als trocken, halbtrocken, lieblich oder süß eingestuft.

Woher kommen die Kalorien im Wein?

Einfache Antwort. Die Kalorien kommen nicht vorrangig vom Zucker selber.

Viel wichtiger ist der Alkohol im Wein. Denn der chemische Aufbau von Alkohol ist mit dem von Fett vergleichbar. Alkohol liefert also erst einmal eine enorme Menge Energie. Hundertprozentiger Alkohol hat einen Brennwert von etwa 7 Kilokalorien pro Gramm. Klar, das ist beim Wein nicht der Fall. Dennoch hat ein Wein mit 12-15% Alkoholvolumen einen hohen Kalorienanteil.

Welche Rebsorte wird in Deutschland am meisten angebaut?

Hier gilt es zwischen Rotwein und Weißwein zu unterscheiden. Die Weißweinrebsorten nehmen einen Anteil circa zwei Drittel ein. Das andere Drittel fällt demnach auf Rotwein.

Die bedeutendste Weißweinsorte ist Riesling (circa 20% Anteil) gefolgt von Rivaner (Müller-Thurgau, circa 13-14%) und Silvaner (circa 5%).

Beim Rotwein ist der Pinot Noir (Spätburgunder) mit circa 12% führend. Nummer zwei und drei Rotweinrebsorten sind der Dornfelder (circa 8%) und der Portugieser (circa 5%).

Einfacher: Die Nummer eins ist mit Abstand der Riesling.

Welcher Wein zu welchem Essen?

Das ist eine längere Geschichte. Diese verdient einen eigenen Beitrag. Lies hier zur Frage Welcher Wein zu welchem Essen. Hier geben wir ausführlich Antwort auf diese Frage.

Was ist Merlot?

Auch zum Merlot Wein haben wir einen eigenen Artikel verfasst. Der Merlot (sprich MERLO) kommt aus der Gegend um Bordeaux und ist in Frankreich die Nummer eins der Rotweintrauben. Weltweit ist Melot die Nummer zwei hinter Cabernet Sauvignon.

Was ist ein Gewürztraminer?

Zuerst: Der Gewürztraminer ist einer unserer Lieblingsweine. Er gehört zu den hochwertigsten Weinsorten der Welt. Aus dem Gewürztraminer entstehen die besten Weißweine. Ihr Aroma begeistert Experten und Weinnormalos gleichermaßen.

Der Name Gewürztraminer sagt bereits wo der Wein herkommt: aus dem Ort Tramin in Südtirol. Dort soll er bereits im 15. Jahrhundert als Traminer-Wein hergestellt worden sein. In Deutschland, bzw. vor allem in Baden ist die Rebsorte unter dem Namen Clevner bekannt.