WEINWONNE - Wir lieben Wein!

Wie mische ich Wein richtig?

Wenn man davon spricht, Wein zu mischen, rümpfen die meisten Wein-Liebhaber die Nase. Eine Weinschorle ist hier noch erlaubt, aber warum findet man Wein so selten in Cocktails? Was mit Whiskey und Tequila geht, ist durchaus auch mit Wein möglich. Wir schauen uns hier ein paar Cocktail-Rezepte an, in denen mit Wein gemischt wird.

Wein-Trinkkultur

Wer gibt eigentlich vor, was erlaubt ist und was nicht? Die meisten beliebten Cocktails, die uns bekannt sind – Sex on the Beach, White Russian, Gin Tonic – gibt es seit langen Zeiten, wir finden sie in etlichen Büchern und sie werden bei Barkeeper-Schulungen gelehrt. Sie wurden früher einmal in Bartender Guides veröffentlicht und haben den Test der Zeit bestanden.

Wie die Foodies beim Essen gibt es auch um das Trinken eine Kultur, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, was gut ist und was nicht. Ob Spirituosen Verbrauchermagazin, Blog oder Print-Magazine, wir finden eine Vielzahl an Ratgebern, Tests und Empfehlungen.

Der Wein hat hier immer eine besondere Stellung gehabt. Kein anderes alkoholisches Getränk ist so alleinstehend dafür verantwortlich, Essen zu begleiten. Morgens gibt es Kaffee und zum Abendessen einen Wein; das ist kaum wegzudenken. Dazu kommt die Kultur um Sommeliers, Weintester und die edlen Preissegmente, die dem Getränk einen erhobenen Ruf geben. Damit hängt es auch zusammen, das Wein zu mischen so verpönt ist. Ein teurer, guter Wein muss unbeeinflusst von anderem genossen werden, damit er wirklich wertgeschätzt werden kann – oder so die Meinung.

Wein-Cocktails

Bishop

Wer mit Wein nicht viel anfangen kann oder einfach experimentierfreudig ist, hat vielleicht Lust auch auszutesten, was der Wein noch so kann. Das ist auch gar nicht unbedingt ein neuer Trend. Ein frühes Rezept, das Wein mit anderem Alkohol mischt, stammt aus 1862 von dem Urvater der Mixkunst Jerry Thomas. Der Cocktail namens Bishop mixt Rotwein mit Rum, Zucker, Wasser und Zitrone.

  • 6 cl Wasser
  • 2 TL gereifter Jamaica Rum (ca. 10 ml)
  • 2 Zitronenscheiben
  • 1 TL Puderzucker
  • 8-10 cl Rotwein
  • Eiswürfel

Die Zutaten in einem Barshaker auf viel Eis kalt schütteln und in ein gekühltes Glas abseihen.

Sangria

Da ist er, einer der tatsächlich bekannten Wein-Cocktails, auch wenn ihn nicht viele als solches bezeichnen würden. Die erste Assoziation mit Sangria sind Eimer, Strohhalme und Mallorca. Das ist sehr weit entfernt von dem hochwertigen Image von Wein. Will man sich von dem Party-Image distanzieren, kann man stattdessen auch Weißen Sangria zubereiten.

  • 1 Flasche (halb)trockenen Weißwein
  • 3 cl Holunderlikör
  • 3 cl Orangenlikör
  • Obst
  • Eiswürfel

Eine Karaffe o. Ä. mit Eiswürfeln befüllen. Die Liköre einfüllen und Obst dazugeben. Anschließend mit Wein aufgießen.

New York Sour

Durch die Kombination von Whiskey und Wein in einem üblichen Whiskey-Tumblr ist der New York Sour tatsächlich unter den traditionellen Cocktails salonfähig. Er bringt einen eleganten, trockenen Geschmack, der mit Süße und Säure abgerundet wird. Hier ist auch der Basis-Wein durchaus von Bedeutung. Je komplexer sein Geschmack, desto mehr spürt man das auch im Endergebnis.

  • 6 cl Rye Whiskey
  • 3 cl Zitronensaft
  • 2 cl Zuckersirup
  • 2 cl trockener französischer Rotwein

Die Zutaten in einem Barshaker auf viel Eis kalt schütteln und in ein gekühltes Glas abseihen.

Ist das Alkohol-Mischen ratsam?

Ein Sprichwort besagt, dass das Mischen von Wein und Bier nicht empfehlenswert ist. Das hat aber gar nichts mit den tatsächlichen Getränken zu tun, sondern mit den Schichten, die sie in der Vergangenheit getrunken haben. Auch heute noch spürt man das: Wein ist eher das Getränk der Reichen, Bier das Getränk der Unterschicht. Wer Wein-Trinker, und somit von gehobener Schicht war, sollte sich von Bier-Trinkern fernhalten, damit sein Ruf nicht sank.

Ein schlimmerer Kater kommt also nicht daher, dass gewisse Getränke gemischt werden. Viel wichtiger ist es, auf die Qualität der Getränke zu achten. Schlechter Alkohol hat oft höhere Spuren von Methanol, der sich heftiger auf den Kater auswirkt. Dazu kommt, dass durch das abwechslungsreichere und oft auch süßere Trinken durch gemixte Getränke mehr Lust entsteht auch mehr zu trinken.

Achte also eher auf die Qualität und die Menge des Getrunkenen, statt Getränke strikt zu trennen.