Auxerrois ist eine Weißweinsorte, die vor allem durch ihren milden Charakter und ihre dezente Fruchtigkeit überzeugt. Ursprünglich stammt sie aus dem französischen Burgund und ergänzt dort seit Jahrhunderten die Burgunderfamilie.
Mit ihrer mittelfrühen Reife und geringen Säure eignet sich Auxerrois besonders gut für harmonische, zugängliche Weine, die bereits jung viel Trinkfreude bieten. Genieße diesen vielseitigen Wein zu vielen Gelegenheiten – er hat definitiv das Zeug zum Geheimtipp!
Herkunft und Geschichte: Ursprünge im französischen Burgund
Die Herkunft von Auxerrois liegt im Herzen des französischen Burgunds, einer Region, die für ihre traditionsreichen Rebsorten bekannt ist. Bereits im Mittelalter war Auxerrois in dieser Gegend als eine besonders feinfruchtige und milde Sorte geschätzt. Genetisch betrachtet gehört sie zur großen Burgunderfamilie und steht in enger Verwandtschaft zu Chardonnay und Pinot Blanc.
Im Laufe der Jahrhunderte fand diese Rebe ihren Weg aus dem Burgund auch über die Grenzen hinaus: Besonders im Elsass, in Luxemburg sowie in bestimmten Anbaugebieten Deutschlands hat sie heute einen festen Platz eingenommen. Die Popularität von Auxerrois schwankte immer wieder – mal stand sie im Schatten berühmterer Rebsorten, dann wieder gewann sie an Bedeutung, wenn Winzer auf elegante und bekömmliche Weißweine setzten.
Der Name Auxerrois weist zudem auf die Stadt Auxerre hin, was ein Indiz für die lokalen Wurzeln und die enge Verbindung zu dieser historischen Weinregion ist. Wer sich mit Weingeschichte beschäftigt, stößt daher schnell auf diese spannende und vielseitige Rebsorte.
Nützliche Links: Arneis Rebsorte
Botanische Merkmale: Mittelfrühe Reife, geringe Säure

Auxerrois präsentiert sich als Rebsorte mit mittelfrüher Reife, was bedeutet, dass die Trauben im Jahresverlauf vergleichsweise früh gelesen werden können. Das ist besonders vorteilhaft in Regionen mit wechselhaften klimatischen Bedingungen, weil der Wein meist noch vor Herbstregen und Kälteeinbrüchen sicher geerntet wird.
Ein markantes Merkmal dieser Sorte ist der ausgeprägte Gehalt an geringer Säure. Auxerrois-Weine wirken dadurch ausgesprochen mild, weich und harmonisch am Gaumen. Diese Eigenschaft hebt sie deutlich von anderen Weißweinsorten ab, bei denen häufig eine kräftige Säure dominiert.
Die Beeren sind mittelgroß und rund, meist gelblich-grün gefärbt und sehr saftig. Die Schale besitzt eine mittlere Dicke und schützt die Beeren gut gegen viele Weinbergskrankheiten. Typisch für Auxerrois sind außerdem locker angeordnete Trauben, was das Risiko von Fäulnis verringert. Im Vergleich zu Verwandten wie Pinot Blanc zeigen sich die Blätter oft etwas runder und die Triebe wachsen aufrecht.
Aufgrund ihres sanften Charakters kommen die feinen Fruchtaromen dieser Traube besonders dann zur Geltung, wenn sie unter idealen Bedingungen kultiviert und sorgfältig verarbeitet wird. Wer Weine bevorzugt, die weich und angenehm trinkbar sind, findet hier einen spannenden Vertreter.
| Eigenschaft | Beschreibung | Bedeutung für Auxerrois |
|---|---|---|
| Herkunft | Burgund, Frankreich | Traditionsreiche Rebsorte mit Verbindung zur Burgunderfamilie |
| Reifezeit | Mittelfrüh | Kann vor Herbstregen sicher geerntet werden |
| Säuregehalt | Gering | Milder, weicher Geschmack, hohe Bekömmlichkeit |
| Anbaugebiete | Elsass, Luxemburg, Deutschland | Wichtiger Bestandteil regionaler Weißweinvielfalt |
| Aromaprofil | Mild, fruchtig, dezent blumig | Angenehm zugänglicher Weißwein mit feiner Note |
Anbau: Anspruchsvoll gegenüber Klima und Böden
Beim Anbau von Auxerrois zeigt sich die Rebsorte als durchaus wählerisch, wenn es um Klima und Böden geht. Sie bevorzugt wärmere Lagen mit guter Sonneneinstrahlung, da ihre Trauben ansonsten Schwierigkeiten haben, optimal auszureifen. Besonders in Regionen mit gemäßigtem Klima, wie sie im Elsass oder Teilen Deutschlands zu finden sind, fühlt sich diese Sorte wohl.
Der Boden spielt ebenfalls eine zentrale Rolle: Leichte Kalk- oder Mergelböden bieten beste Voraussetzungen, denn sie sorgen für ausgewogene Wasserzufuhr und speichern gleichzeitig Wärme. Schwere, sehr feuchte oder verdichtete Böden hingegen können das Wachstum beeinträchtigen, was zu geringerer Qualität der Trauben führen kann.
Auxerrois gilt insgesamt als etwas empfindlicher gegenüber Spätfrösten im Frühjahr. WinzerInnen achten daher auf geschützte Standorte, beispielsweise in Hanglagen, damit die jungen Triebe nicht gefährdet werden. Ein Vorteil ist jedoch, dass die Pflanze gegen viele gängige Rebkrankheiten relativ robust ist, was die Pflege erleichtert.
Nur mit einer passenden Standortwahl lässt sich das volle Aromapotenzial dieser edlen Weißweinsorte nutzen. Gerade Weinliebhaber schätzen den daraus entstehenden Charme und die Eleganz, die Auxerrois-Weine ausstrahlen.
Anbaugebiete: Elsass, Luxemburg, Deutschland
Zu den wichtigsten Anbaugebieten für Auxerrois gehören vor allem das Elsass, Luxemburg und ausgewählte Weinanbauzonen in Deutschland. Im Elsass ist diese Rebsorte schon lange ein fester Bestandteil des Sortenspiegels und bringt hier besonders elegante, feinfruchtige Weißweine hervor. Die Nähe zu Frankreichs traditionsreichen Weinregionen hat dazu geführt, dass auch viele Winzer auf der deutschen Seite, insbesondere in Baden und an der Mosel, auf Auxerrois setzen.
In Luxemburg nimmt die Rebsorte einen besonderen Stellenwert ein: Dort entstehen zahlreiche reinsortige Auxerrois-Weine, die durch ihre milde Säure und aromatische Vielschichtigkeit glänzen. In Deutschland findet man Auxerrois neben Baden auch vermehrt in der Pfalz sowie im Rheingau – hier profitieren die Trauben von wärmebegünstigten Lagen mit ausreichend Sonne.
Durch die Anpassungsfähigkeit von Auxerrois an unterschiedliche Böden und Mikroklimata gelingt es immer mehr Weingütern, harmonische und zugängliche Weine zu erzeugen. Bei lokalen Kennern genießt die Sorte zunehmend Wertschätzung und wird als interessante Ergänzung zur Burgunderfamilie angesehen.
Weiterführende Informationen: Arinto Rebsorte
Geschmack und Aromaprofil: Mild, fruchtig, dezent blumig

Auxerrois überzeugt am Gaumen durch seinen charakteristisch milden und geschmeidigen Geschmack. Die geringe Säure macht diesen Wein besonders zugänglich, sodass er sich hervorragend für Genießer eignet, die eine sanfte Stilistik bevorzugen. Im Duft offenbart Auxerrois ein Aromenspiel, das einerseits von reifer Birne, gelbem Apfel und manchmal auch Mirabelle geprägt ist. Darüber hinaus schwingen dezente blumige Anklänge mit, etwa an weiße Blüten oder Lindenblüte erinnernd.
Am Gaumen setzen sich diese Eindrücke fort: Der Wein präsentiert eine feine Fruchtigkeit, ohne dabei opulent zu wirken. Das Mundgefühl ist angenehm weich, unterstützt durch den leicht cremigen Körper, der jedoch nie überladen wirkt. Besonders markant bei Auxerrois ist, dass die Frucht stets harmonisch bleibt und von zarten Nuss- oder Kräuternoten ergänzt werden kann – dies gibt ihm zusätzliche Komplexität.
Dank seiner ausgewogenen Art wird er häufig als Begleiter zu Speisen gewählt, bei denen kräftige Säure unerwünscht wäre. So passt dieser Wein perfekt zu hellem Fleisch, Fisch oder Spargelgerichten. Auch solo getrunken verbreitet Auxerrois mit seinem mild-fruchtigen Charakter Lebensfreude im Glas.
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Weinstile und Ausbau: Frische Weißweine, selten Barrique

Auxerrois wird vor allem zu frischen, unkomplizierten Weißweinen ausgebaut. Der Fokus liegt dabei auf der Bewahrung des natürlichen Aromas und der milden Säurestruktur. Schon beim Ausbau im Edelstahltank zeigt diese Rebsorte ihre Stärken: Die Weine wirken lebendig und glänzen durch ein sauberes, fruchtbetontes Profil. So bleiben Nuancen von Birne, Apfel und zarten Blumennoten besonders klar erhalten.
In seltenen Fällen experimentieren einige Winzer mit dem Ausbau im Barrique, also im kleinen Holzfass. Hierdurch erhält Auxerrois zusätzliche Tiefe und eine feine Würze, ohne jedoch seinen filigranen Charakter zu verlieren. Solche Versionen zeigen oft einen leicht cremigen Schmelz, werden aber eher als Ausnahme denn als Regel angesehen.
Meist bevorzugt man es, die feinen Fruchteindrücke und das harmonische Mundgefühl nicht durch zu viel Holzeinfluss zu überdecken. Daher bleibt der klassische Stil stets frisch, charmant und angenehm zugänglich – perfekt für Genießer, die gerne elegante und ausgewogene Weißweine entdecken möchten.
Speiseempfehlungen: Passt zu Geflügel, Fisch, Spargel
Auxerrois ist aufgrund seines milden und ausgewogenen Geschmacksprofils ein vielseitiger Essensbegleiter, der zu ganz unterschiedlichen Gerichten hervorragend passt. Besonders gut harmoniert er mit Speisen, bei denen feine Aromen im Vordergrund stehen, da seine zurückhaltende Säure keine dominanten Noten setzt. Zu Spargelgerichten bietet dieser Weißwein eine elegante Ergänzung: Die Fruchtigkeit des Auxerrois hebt die zarten Gemüsenuancen hervor, ohne sie zu überdecken.
Auch Fischgerichte profitieren von den fruchtigen Noten und der sanften Textur, die Auxerrois ins Glas bringt. Egal ob gebratener Zander, gedünsteter Lachs oder pochierter Kabeljau – dank seiner Harmonie begleitet der Wein sowohl leichte als auch etwas würzigere Varianten mühelos. Wer mag, kann ihn zudem sehr schön zu Meeresfrüchten oder Asiagerichten mit weniger Schärfe reichen.
Ein weiteres spannendes Pairing gelingt mit Geflügel wie Hähnchenbrust, Pute oder Ente. Vor allem in Kombination mit cremigen Saucen entstehen reizvolle Geschmackskombinationen. Auch vegetarische Gerichte auf Basis von Pilzen oder milden Käsesorten offenbaren mit Auxerrois eine ganz besondere Finesse am Gaumen. Durch seine Vielseitigkeit wird dieser Weißwein schnell zum Favoriten bei geselligen Mahlzeiten.
Lagerfähigkeit und Trinkreife: Jung zu genießen, begrenztes Reifepotenzial
Auxerrois wird am liebsten jung getrunken, denn dadurch kommt sein frischer, fruchtiger Charakter besonders gut zur Geltung. Direkt nach der Abfüllung – also im ersten und zweiten Jahr – präsentieren die Weine ihre typische Frische sowie die für diese Sorte so geschätzte Weichheit. In diesem Zeitraum zeigt Auxerrois die meisten seiner lebendigen Aromen wie Birne, Apfel und feine florale Noten, die durch eine längere Lagerung allmählich verblassen können.
Die Lagerfähigkeit von Auxerrois ist eher begrenzt: Die meisten Exemplare sollten innerhalb von zwei bis höchstens drei Jahren genossen werden, um die aromatische Vielfalt voll auszuschöpfen. Mit zunehmender Zeit verliert der Wein an Ausdruckskraft – die Fruchtigkeit tritt zurück und es entwickeln sich dezentere Nuancen, die nicht jeder bevorzugt.
Ausnahmen bilden nur wenige qualitativ besonders hochwertige Weine aus ausgewählten Lagen. Hier kann sich mitunter eine sanfte, nussige Note entwickeln, doch auch dann bleibt das Reifefenster relativ kurz. Wer ein Faible für unkompliziertes Trinkvergnügen hat, wird beim Auxerrois auf jeden Fall fündig und sollte ihn möglichst jung genießen.
Besonderheiten der Rebsorte: Unempfindlich gegen viele Krankheiten
Eine der auffälligsten Stärken von Auxerrois ist ihre bemerkenswerte Unempfindlichkeit gegen viele gängige Rebenkrankheiten. Gerade im Vergleich zu empfindlicheren Weißweinreben erweist sich diese Sorte als ausgesprochen robust, was den Pflegeaufwand im Weinberg deutlich verringert. Krankheiten wie Mehltau oder Botrytis können Austerrois oft wenig anhaben, weshalb Winzer die Pflanze besonders schätzen.
Dank ihrer festen und mitteldicken Beerenschale bleibt das Risiko für Pilzbefall gering. Auch Schwankungen bei Luftfeuchtigkeit und Temperatur steckt sie häufig besser weg als verwandte Sorten. Die lockerbeerigen Trauben sorgen zusätzlich dafür, dass die Durchlüftung in der Triebzone optimal bleibt – ein wesentlicher Punkt, um Fäulnis zu vermeiden.
Für dich bedeutet das: Weine aus dieser Sorte werden meist unter vergleichsweise günstigen Bedingungen hergestellt. Die Trauben gelangen dadurch besonders gesund in den Keller, was Frische und Qualität zugutekommt. Wer einen unkomplizierten, charakterstarken Weißwein sucht, findet im Auxerrois eine spannende Wahl mit angenehm geringer Anfälligkeit im Weinberg.
Bedeutung im Weinbau: Ergänzung zu Burgunderfamilie
Im Weinbau nimmt Auxerrois als Ergänzung zur Burgunderfamilie eine ganz besondere Rolle ein. Während bekannte Sorten wie Chardonnay, Weißburgunder (Pinot Blanc) oder Grauburgunder meist das Rampenlicht beherrschen, punktet der Auxerrois durch seinen eigenen Charakter: Milde Säure, milde Frucht und ein besonders harmonischer Stil geben ihm im Cuvée wie auch als reinsortigen Wein einen festen Platz im Portfolio vieler Weingüter.
Durch die enge Verwandtschaft mit Pinot-Sorten bietet Auxerrois oft die Möglichkeit, Weinen mehr Ausgewogenheit zu verleihen. Gerade bei Verschnitten schätzen Kellermeister den sanften Einfluss auf Struktur und Geschmack – so sorgt er etwa für zusätzliche Rundung und feine aromatische Nuancen, ohne dominante Noten zu setzen. Diese Eigenschaft macht Auxerrois in vielen Betrieben zu einer wertvollen Komponente, um klassische Burgunderstile samt ihrer Vielschichtigkeit noch vielseitiger zu gestalten.
Auch als eigenständige Sorte gewinnt Auxerrois an Aufmerksamkeit. Immer mehr Winzer nutzen sein individuelles Aromaprofil, um sich mit besonderen Weißweinen abseits des Mainstreams hervorzuheben. Genießer, die Abwechslung suchen, greifen gern zu einem Glas Auxerrois und entdecken dabei die elegante Bandbreite, die diese Rebsorte bieten kann.
Fazit: Unterschätzte Weißweinsorte mit viel Charakter
Auxerrois zählt zwar nicht zu den bekanntesten weißen Rebsorten, doch gerade darin liegt sein besonderer Reiz. Er begeistert mit einer bemerkenswerten Milde und einer Feinfruchtigkeit, die an reife Birnen und gelbe Äpfel erinnert. Seine dezente Säure lässt ihn am Gaumen sehr geschmeidig wirken, wodurch er eine echtes Wohlfühl-Erlebnis bietet – für Einsteiger genauso wie für erfahrene Weinfreunde.
Im Glas überzeugt Auxerrois durch Harmonie ohne aufdringliche Nuancen. Während viele Weißweine intensiv oder prägnant daherkommen, entfaltet sich bei Auxerrois eine freundliche Leichtigkeit: elegant, vielseitig und stets ausgewogen. Die Anpassungsfähigkeit als Speisenbegleiter macht diese Sorte außerdem zur spannenden Entdeckung für Genießer, die Weine abseits des Mainstreams mögen.
Wer neugierig Neues probieren möchte, sollte dem Auxerrois unbedingt eine Chance geben. Denn was ihm an Berühmtheit fehlt, gleicht er locker durch Charakter und Unkompliziertheit aus. Es lohnt sich, diesen feinen Vertreter der Burgunderfamilie für sich zu entdecken – pure Trinkfreude ist garantiert!





