Die Aglianico Rebsorte zählt zu den faszinierendsten und traditionsreichsten Rotweinen Süditaliens. Bekannt für ihre kraftvollen Weine und das immense Alterungspotenzial, hat Aglianico sowohl Kenner als auch Einsteiger begeistert. Charakteristisch sind die tiefdunkle Farbe, intensive Aromenvielfalt sowie eine ausgeprägte Struktur mit markanter Säure und Tannin. Wenn du mehr über Herkunft, Geschmack und Eigenheiten dieser spannenden Rebe erfahren möchtest, bist du hier genau richtig. Im Folgenden erhältst du einen vielseitigen Überblick rund um Anbau, Ausbau und Genuss von Aglianico-Weinen.
Herkunft und Geschichte von Aglianico im Überblick
Die Aglianico Rebe hat ihre Wurzeln im Süden Italiens und zählt zu den ältesten kultivierten Rotweinsorten des Landes. Historische Quellen lassen vermuten, dass sie schon in der Antike von den Griechen nach Italien gebracht wurde – ein Umstand, der auch im Namen anklingt, welcher sich wahrscheinlich vom Wort „hellenisch“ ableitet. Im Mittelalter gewann Aglianico stetig an Bedeutung und wurde vor allem von Klöstern gepflegt und weiterverbreitet.
Aglianico ist insbesondere in den Regionen Kampanien und Basilikata heimisch und gedeiht dort seit Jahrhunderten auf vulkanischen Böden. Die lange Tradition spiegelt sich sowohl im lokalen Selbstverständnis als auch in alten Weinbautechniken wider. Trotz ihrer Bekanntheit blieb die Rebsorte außerhalb Süditaliens für lange Zeit eher ein Geheimtipp unter Experten und wurde erst in jüngerer Vergangenheit international wahrgenommen.
Heute gilt Aglianico als Kernbestandteil italienischer Weinkultur, dessen Herkunft eng mit regionaler Geschichte und Identität verwoben ist. Durch kontinuierliche Pflege und Entwicklung haben Winzer das Profil dieser charaktervollen Sorte geschärft und ihr einen festen Platz innerhalb der anspruchsvollen Rotweine Europas gesichert.
Weiterführendes Material: Acolon Rebsorte
Botanische Merkmale der Aglianico Rebe beschrieben

Die Aglianico Rebe zeichnet sich durch ihre kräftige Wuchskraft und besonders widerstandsfähige Natur aus. Die Triebe sind oft kräftig, mit mittelgroßen bis großen Blättern, die eine tief gelappte Form zeigen und auf der Unterseite fein behaart sind. Im Laufe des Sommers nehmen sie ein sattes Grün an, das ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist.
Markant sind vor allem die dichtbeerigen Trauben: Sie bestehen aus kleinen, rundlichen Beeren, deren Schale eine intensive blauschwarze Färbung aufweist. Diese dicke Haut trägt maßgeblich zu den tiefen Farbtönen und den ausgeprägten Tanninen in den fertigen Weinen bei. Während der Reife baut die Aglianico-Traube besondere Mengen an Säure und Gerbstoffen auf, was dem späteren Wein seine berühmte Struktur verleiht.
Ein weiteres typisches Merkmal dieser Sorte ist der späte Austrieb sowie auch die sehr späte Reifezeit, weshalb sie meist erst weit in den Herbst hinein gelesen wird. Die sorgfältige Auswahl des Erntezeitpunkts ist entscheidend, um das Gleichgewicht zwischen Frucht, Säure und Tannin zu erhalten. Insgesamt zeigt die Aglianico Rebe eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Böden, wobei sie sich auf vulkanischen Standorten besonders wohlfühlt. Das robuste Laub schützt außerdem gut vor Sonneneinstrahlung und Krankheiten – ideale Voraussetzungen für hochwertige, langlebige Rotweine.
| Region | Weinstil | Besonderheit |
|---|---|---|
| Kampanien | Rotwein, Riserva | Vulkanischer Boden, große Struktur |
| Basilikata | Rotwein, Barrique | Hohes Alterungspotenzial |
| Apulien | Junger Rotwein | Fruchtige Noten und präsente Säure |
Anbau von Aglianico: Boden und Klima
Aglianico fühlt sich besonders auf vulkanischen Böden wohl, wie sie beispielsweise in Kampanien und Basilikata zu finden sind. Der mineralreiche Untergrund liefert der Rebe wichtige Nährstoffe und bringt gleichzeitig eine markante Mineralität in den Wein, die du im Glas deutlich spüren kannst. Steile Hänge und gut durchlässige Erde fördern zusätzlich das Wachstum kräftiger und gesunder Trauben.
Das Klima mit viel Sonne und ausreichend Wind ist für Aglianico optimal. Heiße Sommertage sorgen dafür, dass die Beeren intensive Aromen entwickeln, während kühle Nächte die Säure bewahren und dem späteren Wein Frische verleihen. Gerade in höheren Lagen profitieren die Reben von starken Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht, was zur Entstehung komplexer Geschmacksprofile beiträgt.
Die Aglianico-Rebe reagiert sehr gut auf trockenes Wetter, hält aber auch gelegentlichen Regengüssen stand. Aufgrund ihrer späten Reife benötigt sie einen langen, stabilen Herbst ohne frühe Kälteeinbrüche. Somit sind exzellente Jahrgänge oft an ausgezeichnete Witterungsbedingungen gebunden, was den Weinen schließlich ihre charakteristische Tiefe und Struktur verleiht.
Anbaugebiete: Hauptregionen in Italien genannt
Aglianico hat sein Zentrum vor allem im Süden Italiens gefunden, wobei sich zwei Regionen besonders hervorheben: Kampanien und Basilikata. In Kampanien ist das Anbaugebiet rund um den erloschenen Vulkan Monte Vulture berühmt für die Herstellung herausragender Aglianico-Weine mit kraftvollem Charakter und komplexer Struktur. Besonders bekannt ist hier der Taurasi DOCG, häufig als „Barolo des Südens“ bezeichnet. Die vulkanischen Böden verleihen den Weinen ausgeprägte Mineralität und Tiefe.
In Basilikata nimmt der Monte Vulture eine zentrale Rolle ein, denn dort entstehen unter dem Prädikat Aglianico del Vulture DOC einige der langlebigsten und konzentriertesten Rotweine der Region. Das raue Klima und die nährstoffreiche Erde sorgen für ausdrucksstarke Weine mit markanter Säure und robustem Tannin.
Auch in Apulien findest du kleinere Flächen, auf denen diese Rebsorte angebaut wird. Hier ergeben sich oft etwas zugänglichere Aglianico-Varianten mit fruchtigerem Profil und weniger Gerbstoff. Diese unterschiedliche Ausprägung innerhalb einzelner Regionen macht Aglianico zu einem spannenden Entdeckerwein – je nach Herkunft variieren Ausdruck, Stil und Reifezeit enorm.
Geschmack und Aromaprofil von Aglianico Weinen

Aglianico-Weine sind berühmt für ihre ausdrucksstarke Persönlichkeit und einen unverwechselbaren Charakter. Bereits beim ersten Kontakt fällt die tiefdunkle, oft fast undurchsichtige Farbe im Glas auf – ein Hinweis auf die hohe Konzentration an Farbstoffen und Gerbstoffen dieser Rebsorte. In der Nase entfalten sich intensive Aromen von dunklen Beeren wie Brombeere, Schwarzkirsche oder Pflaume, begleitet von würzigen Noten, Lakritz und manchmal auch einem Hauch Veilchen.
Mit zunehmender Reife kannst du bei vielen Aglianico-Weinen komplexe Nuancen entdecken, etwa Tabak, Leder, Graphit oder sogar Kakao. Die Struktur ist typisch kräftig: spürbare, aber feinmaschige Tannine und eine präsente Säure sorgen dafür, dass diese Weine besonders langlebig sind. Im Mund wirken sie kraftvoll und dicht, ohne jemals schwer zu erscheinen; das sorgt dafür, dass jeder Schluck Lust auf mehr macht.
Ein weiteres spannendes Merkmal ist die vielseitige Textur der Weine: Frische, Mineralität und Eleganz entwickeln sich mit zunehmender Flaschenreife. Gerade gute Jahrgänge können dir zeigen, wie vielschichtig und harmonisch Aglianico nach einigen Jahren Lagerung werden kann. Das Aromenspiel variiert dabei je nach Ausbauart – egal, ob Barrique, Edelstahltank oder traditionelle Reife im großen Holzfass.
Weinstile und Ausbau: Rotweine, Riserva, Barrique

Aglianico-Weine präsentieren sich in unterschiedlichsten Weinstilen, wobei der klassische trockene Rotwein am weitesten verbreitet ist. Diese Weine bestechen oft durch ihre intensive Farbe und vielschichtige Aromatik, bei denen dunkle Beerenfrüchte wie Brombeere oder Schwarzkirsche im Mittelpunkt stehen. Die ausgeprägte Tanninstruktur und markante Säure sorgen für ein langes Lagerpotenzial und verleihen dem Wein seine typische Ausdruckskraft.
Ein besonderes Highlight stellen die sogenannten Riserva-Qualitäten dar. Für diese Varianten wird Aglianico deutlich länger ausgebaut, meist mehrere Jahre im Holzfass oder Barrique gelagert. Die zusätzliche Reifezeit bringt harmonisch eingebundene Gerbstoffe sowie komplexe Noten von Tabak, Leder oder sogar Gewürzen hervor. Gerade mit etwas Flaschenreife gewinnt der Wein zunehmend an Eleganz und Tiefe, wodurch jedes Glas zum Erlebnis wird.
Viele Winzer greifen außerdem zur Barrique-Reifung, also einer Lagerung in kleinen Eichenfässern. Dies verleiht den Weinen raffinierte Röstaromen wie Vanille, Kaffee oder Zedernholz, ohne die Frucht und Mineralität zu überdecken. Je nach Ausbaustil findet man bei Aglianico also sowohl kraftvolle, langlebige Klassiker als auch moderne, elegante Rotweine – stets geprägt von Balance und Charakter.
Speiseempfehlungen: Passende Gerichte zu Aglianico
Aglianico-Weine gelten als hervorragende Begleiter zu kräftigen und aromatischen Speisen. Durch ihre markante Tanninstruktur und ausgeprägte Säure harmonieren sie besonders gut mit Gerichten, die reich an Eiweiß oder Fett sind – so gleichen sich Wein und Speise perfekt aus.
Ganz klassisch passen deftige Fleischgerichte wie Lammbraten, Wildragout oder geschmorte Rindfleischgerichte ausgezeichnet zu den charaktervollen Rotweinen. Auch Grillgerichte und herzhafte Schmorgerichte profitieren von der Struktur des Weins. Das Röstaroma z.B. eines Steaks wird durch die würzigen Noten des Aglianico nochmals unterstrichen.
Neben Fleisch steht italienische Traditionsküche hoch im Kurs: Pasta mit Ragù, ofengebackene Lasagne oder würzige Pizza mit Salami bringen die Frucht- und Würzaromen voll zur Geltung. Gereifte Käse wie Pecorino oder Manchego sind ebenfalls eine tolle Wahl, da sie den kräftigen Charakter des Weins aufnehmen können, ohne überdeckt zu werden.
Solltest du vegetarische Varianten bevorzugen, bieten sich Gemüsegerichte auf Basis von Aubergine, Paprika oder Pilzen an, gerne auch in einer tomatigen Sauce. Insgesamt gilt: Je intensiver das Gericht, desto besser passt ein klassischer Aglianico dazu.
Lagerfähigkeit und Trinkreife verschiedener Jahrgänge
Die Lagerfähigkeit von Aglianico-Weinen ist beeindruckend und hebt diese Rebe deutlich von vielen anderen Rotweinsorten ab. Durch die hohe Konzentration an Tanninen und Säure sind klassische Aglianico-Rotweine geradezu dafür geschaffen, viele Jahre – oftmals sogar Jahrzehnte – im Keller zu reifen. In den ersten Jahren nach der Abfüllung wirken sie meist noch kraftvoll, dicht und durchaus fordernd. Genau das verleiht ihnen aber auch ihre Faszination: Mit Geduld kannst du erleben, wie sich Aromatik und Struktur wunderbar entwickeln.
Bereits nach etwa fünf bis sieben Jahren beginnen gute Jahrgänge ihre Komplexität zu entfalten und bieten erste Genussmomente. Die besten Qualitäten erreichen nach zehn bis fünfzehn Jahren ihr Höhepunkt der Trinkreife. Das bedeutet, dass sich Frucht, Würze und sekundäre Aromen harmonisch verbinden und der Wein eine samtige Eleganz zeigt. Gerade Riserva-Weine profitieren erheblich von einer längeren Lagerung, denn erst dann treten feine Nuancen wie Tabak, Leder oder Unterholz hervor.
Kleinere und frischere Varianten aus kühleren Regionen oder jüngeren Anlagen, die weniger auf eine langjährige Entwicklung ausgelegt sind, solltest du hingegen nach drei bis fünf Jahren genießen. Du profitierst dabei besonders von ihrer jugendlichen Frische und lebendigen Frucht. Wenn du hochwertige Flaschen auswählst, lohnt sich aber fast immer ein wenig Geduld – ein gereifter Aglianico belohnt dich mit Tiefe, Raffinesse und überraschender Vielschichtigkeit im Glas.
Besonderheiten der Rebsorte Aglianico hervorgehoben
Aglianico hebt sich durch eine Reihe einzigartiger Eigenschaften von anderen roten Rebsorten ab. Eines der hervorstechendsten Merkmale ist ihr außergewöhnlich hohes Alterungspotenzial – selbst nach Jahrzehnten entwickeln hochwertige Weine immer noch neue, faszinierende Aromen und überraschen mit Tiefe sowie Komplexität. Die ausgeprägte Tannin- und Säurestruktur sorgt nicht nur für langanhaltende Frische, sondern verleiht dem Wein auch im fortgeschrittenen Reifestadium Lebendigkeit und Eleganz.
Ein weiterer Punkt ist die bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit der Sorte an unterschiedliche Böden, wobei sie insbesondere auf vulkanischem Untergrund ihre charakteristische Mineralität entfaltet. Diese Bodenverbundenheit spiegelt sich deutlich in den Geschmacksprofilen wider, sodass du beim Verkosten je nach Herkunft subtil verschiedene Nuancen entdecken kannst.
Aglianico zählt außerdem zu den wenigen Sorten Süditaliens, die international einen solchen Stellenwert erreicht haben. Sie bringt kraftvolle, vielschichtige Weine hervor, die sowohl pur als auch zu verschiedensten Speisen begeistern. Wenn du auf der Suche nach einem Rotwein bist, der dich über viele Jahre hinweg begleiten und geschmacklich herausfordern kann, hat Aglianico eine Menge zu bieten.
Bedeutung im Weinbau Süditaliens und international
Aglianico nimmt für den Weinbau in Süditalien eine Schlüsselfunktion ein und trägt maßgeblich zur Identität ganzer Regionen wie Kampanien und Basilikata bei. Hier ist die Rebsorte nicht nur historisch fest verwurzelt, sondern prägt auch heute das Bild hochwertiger Rotweine, auf das die Winzer der Region zu Recht stolz sind. Ihre Fähigkeit, die Eigenheiten des Bodens und Klimas einzufangen, macht sie zum idealen „Terroir-Botschafter“ ihrer Heimat.
Mittlerweile genießt Aglianico auch über Italiens Grenzen hinaus hohes Ansehen. Weinkenner weltweit schätzen besonders die langlebigen Riserva-Weine aus vulkanischem Gestein, deren Struktur und Komplexität an internationale Spitzenrotweine heranreichen. In renommierten Verkostungen und auf internationalen Märkten werden diese kraftvollen Tropfen immer häufiger als Aushängeschild für südliche Weinbaukunst wahrgenommen.
Durch ihren Facettenreichtum und ihre Ausbaufähigkeit hat sich die Sorte fest im Sortiment anspruchsvoller Händler und Lokale etabliert. Sie bietet damit sowohl traditionellen Weintrinkern als auch neugierigen Entdeckern faszinierende Geschmackserlebnisse, die einen Teil italienischer Geschichte und Kultur ins Glas bringen – und das längst nicht mehr nur im süditalienischen Ursprung.
Fazit: Charakter und Vielseitigkeit von Aglianico
Aglianico steht für kraftvolle Eleganz und beeindruckende Vielschichtigkeit, die keinen Weinfan kaltlässt. Kaum eine andere Traube aus Süditalien bringt so finessenreiche und langlebige Rotweine hervor. Von der ersten Begegnung mit den intensiven Aromen dunkler Beeren und mineralischer Würze bis hin zum facettenreichen Reifeprozess zeigt sich stets das enorme Charakterprofil dieser Rebsorte.
du kannst dich auf geradlinige, strukturierte Weine freuen, die bereits im jugendlichen Stadium überzeugen und mit zunehmender Lagerung weitere aromatische Tiefe entwickeln. Typisch sind ihre ausgeprägte Säure und markanten Tannine, kombiniert mit einer harmonischen Fülle am Gaumen – ein Genuss zu kräftigen Speisen oder als Solist in ruhigen Momenten.
Es ist vor allem die Vielseitigkeit, die Aglianico so spannend macht: Je nach Herkunft, Ausbau und Reifezeit entstehen ganz unterschiedliche Stilrichtungen, vom robusten Barrique-Wein bis hin zum samtigen Riserva. Wer sich darauf einlässt, erlebt einen Wein, der sowohl Tradition als auch Moderne perfekt vereint und dabei unverkennbar eigenständig bleibt.



