Rheingau Weinanbaugebiet

Weinregion Rheingau

Weinberge und Weinlese bei Assmannshausen/Rheingau. Den Rheingau kennt man als Weinliebhaber*in. Und das beschauliche Touri-Mekka Rüdesheim, quasi die Hauptstadt des Rheingaus, ist ebenfalls international bekannt. Kurzum: der Rheingau ist neben der Mosel eines der bekanntesten Weinbaugebiete Deutschlands. Direkt auf der anderen Seite des Rheins und somit in Rheinland-Pfalz liegt mit Rheinhessen das größte, jedoch nicht ganz so prestigeträchtige Weinbaugebiet Deutschlands. Die steileren Weinberge und natürlich der besondere Ruf des Rheingaus tragen dazu bei, dass der Rheingau Wein meist ein wenig teurer ist als vergleichbare Tropfen aus anderen Weinregionen.

Fast 80 % der Weinberge sind mit Riesling bestückt. Auf herausragenden Lagen entlang des Rheins und seinem Nebenfluss, dem Main, tummeln sich zahlreiche prestigeträchtige Winzer und Weingüter. Namen wie Kloster Eberbach, Schloss Johannisberg oder das älteste deutsche Weingut Schloss Vollrads sind hier ansässig. Der Rheingau hat aber auch wunderschäne Sehenswürdigkeiten (Niederwalddenkmal, Ruine, Ehrenfels) zu bieten, zahlreiche Einkehrmöglichkeiten bringen kulinarische Freunde und für Wanderbegeisterte empfiehlt sich eine Wanderung auf dem Rheinsteig mit spektakulären Ausblicken.

Wo liegt der Rheingau?

Blick über den Rheingau

Der Rheingau ist flächenmäßig das kleinste Weinbaugebiet Deutschlands. Auf ca. 30 Kilometer Länge erstreckt es sich von Lorch, über Rüdesheim, entlang der berühmten Rheinfront von Geisenheim, Oestrich-Winkel, Hattenheim, Eltville bis Walluf. Kurz danach mündet der Main in den Rhein und am Untermain, südlich von Wiesbaden endet der Rheingau. In Nord-Südausrichtung wird er im Norden vom Naturpark Rhei-Taunus und im Süden vom Rhein begrenzt. Das Weinbaugebiet Rheingau profitiert sehr günstigen Bedingungen für den Weinbau.

Geschützt von den Berghängen und verwöhnt vom Sonnenspiegel und Feuchtigkeitsreservoir Rhein gibt’s auf dem schmalen Streifen, auf dem Weinbau im Rheingau betrieben wird, überdurchschnittlich warme Sommer und milde Winter, was sich in einem Temperaturmittel von 10,6 °C äußert – zum Vergleich: die Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland beträgt etwa 8,2°C.

Welche Böden gibt es im Rheingau?

Die Weinberge liegen vor allem an den Südhängen Richtung Rhein auf rund 3 500 Hektar. Die Böden sind meist steinig: Mergelböden, Schiefer, Phyllitschiefer, Quarzit, Kiesel und Sandstein sowie Lehm und kalkhaltige Böden aus Sandlöß oder Löß sind vorherrschend. Dies soll das Seinige für die vielgepriesenen mineralischen Aromen. Gepaart mit dem vorherrschenden Mikroklimaergeben ergeben sich feine Fruchtsäuren in den Weinen. Rund 30 Prozent der Anbaufläche entfallen auf Steillagen. 700 Weinbaubetriebe (Stand 2013) teilen sich diese übersichtliche Fläche, die meisten davon sind kleinere, selbstvermarktende Betriebe mit maximal 10 Hektar Rebfläche. Auf den Flaschenweinverkauf entfallen 80 Prozent.

Welche Weine werden in im Rheingau angebaut?

Weißwein

Riesling
Weißburgunder
Müller-Thurgau

Rotwein

Spätburgunder
Dornfelder

Welche Weine sollte man im Rheingau unbedingt probieren?

Im Rheingau ist Wein fast gleichbedeutend mit Riesling. Eine Ausnahme von dieser Regel bildet lediglich das kleine Örtchen Assmanshausen im Westen des Rheingaus, das v.a. für seinen – recht teuren – Spätburgunder bekannt ist. Im Rheingau kommt der Spätburgunder auf rund 10 Prozent, weitere Rebsorten spielen kaum eine Rolle. Ansonsten sind ca. 2.500 Hektar allein mit Riesling-Reben bestockt, womit diese Rebsorte einen Anteil von fast 81 Prozent in diesem Weinbaugebiet hält – so viel, wie in keinem anderen Weinbaugebiet Deutschlands.

Man kommt nicht umhin, den ein oder andern Riesling zu probieren. Durch die höheren Durchschnittstemperaturen sind die Weine recht voluminös. Sie sind voller und reicher, haben zwar Säure, aber relativ weich. Bemerkbar macht sich das auch im Alkoholgehalt, denn die Weine haben hier einfach mehr davon. Das hat den Vorteil, dass sich Rheingau-Rieslinge auch durchaus als Begleiter zu kräftigeren Gerichten eignen und nicht nur zu leichten Gerichten und Vorspeisen.

Besonderheiten im Rheingau

Schloss Johannisberg ist angeblich der Geburtsort der Spätlese

Bekannt geworden ist der Rheingau schon früh: Im Jahr 1775 wurde im berühmten, Weinbau betreibenden Schloss Johannisberg der Vorteil einer späten Weinlese bzw. die Edelfäule entdeckt, was heute schön mit der Geschichte und den Comics des Spätlesereiters vermarktet wird. Die Geschichte geht so: 1775 wurde, wie jedes Jahr, ein Bote mit reifen Weintrauben zum Fürstbischof nach Fulda geschickt, um von dort die Erlaubnis zum Beginn der Weinlese einzuholen.

Aber der Bote kam und kam nicht wieder und während sonstwo schon alle Trauben abgeerntet waren, saßen die Mönche betrübt auf dem Schloss Johannisberg und sahen ihren neuen Jahrgang schwinden: die Weintrauben verschrumpelten und faulten. Als der Bote dann nach einigen Wochen zurückkehrte, wollten die Möche retten, was zu retten ist und kelterten den unansehnlichen Haufen Beeren zu Wein – und siehe da: heraus kam ein köstlicher Tropfen. So soll also durch einen Zufall die Edelfäule entdeckt worden sein, die den Grundstein für die Spätlese-Qualitäten legte. Ob sich die Geschichte genau so zugetragen hat, wird zwar angezweifelt, aber das spielt ja auch keine große Rolle.

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