Nahe Weinanbaugebiet

Weinregion Nahe

Schon vor rund 2.000 Jahren wurde an der Nahe Wein angebaut, ab dem frühen Mittelalter v.a. durch die Klöster, die den Weinbau systematisch vorangetrieben haben sollen. Am Disibodenberg soll auch der älteste Rebstock Deutschlands stehen, dessen Alter auf 500 bis 900 Jahre geschätzt wird. Es handelt sich dabei um die bis ins Mittelalter recht verbreitete und heute nahezu ausgestorbene Rebsorte Weißer Orléans. Die Winzer*innen sollen schon seit der Zeit Karls des Großen das Recht haben, Straußwirtschaften zu betreiben. Seit spätestens 1500 wird der Nahewein auch exportiert – mit dem Binger Kran auf Rheinschiffe verladen und dann ab in die Welt.

Wo liegt das Weingebiet Nahe?

Steillage Rotenfels
Die Nahe mit der Steillage Rotenfels

Klein, aber fein: so stellt sich das im Südwesten Deutschlands gelegene Weinbaugebiet Nahe gerne selbst dar. Und man ist tatsächlich versucht, dem zuzustimmen. Auf rund 4.200 ha wird hier überwiegend Weißwein angebaut. Auch schon ohne Wein hat die dünnbesiedelte, auf den ersten Blick unauffällige Ecke zwischen Hunsrück und Nordpfälzer Bergland mit ihren Flüsschen und Bergchen und dem für deutsche Verhältnisse angenehm milden Klima (zumindest entlang des Flusses Nahe) ihren Reiz.

Das Weinbaugebiet zieht sich entland der Nahe und derern Nebenflüssen. Aufgeteilt in die untere und die obere Flusshälfte ist die Region landschaftlich sehr reizvoll und hat auch für den Wein dank des vorteilhaften Mikroklimas ihre Vorzüge. Relativ wenig Regen, viel Sonne und milde Temperaturen sowie mäßiger Wind dank des Hunsrücks. Die Weinberge sind weiter verstreut und liegen beidseitig der Nahe und deren Nebenflüssen.

Welche Böden hat das Weingebiet Nahe?

Das Weinbaugebiet Nahe kann die größte – und dabei rasch wechselnde – Bodenvielfalt aller Weinanbaugebiete in Deutschland vorweisen. An der unteren Nahe findet man viel Quarzit- und Schieferböden, in der Mitte häufig Porphyr bzw. vulkanisches Gestein, Melaphyr und Buntsandstein und am Oberlauf trifft man v.a. auf Verwitterungsböden und Tonüberlagerungen aus Sandstein, Löss und Lehm. Alle paar hundert Meter kann das wechseln – eine reizvolle Gegebenheit für den Weinbau und den Wein an der Nahe. Und, was viele wahrscheinlich nicht wissen: an der Nahe gibt es auch zahlreiche Steillagen, die nur Handernte möglich machen.

Welche Weine werden an der Nahe angebaut?

Weißwein

Riesling
Müller-Thurgau
Kerner
Weißburgunder
Grauburgunder

Rotwein

Dornfelder
Portugieser
Spätburgunder

Welche Weine sollte man an der Nahe unbedingt probieren?

Riesling ist die am häufigsten angebaute Rebsorte an der Nahe

Der Nahe Wein bzw. der Nahewein hat an sich einen ziemlich guten Ruf. Viele bekannte und entsprechend teure Weingüter liegen an der Nahe, andere gilt es noch zu entdecken, bei manchen kann man auch einfach die bodenständige Art und ordentlichen Wein genießen.

So, widmen wir uns nun den harten Fakten über den Nahe Wein. Zumindest ein bisschen. Ebenso wie in Rheinhessen und im Rheingau sowie an der Mosel und in der Pfalz (und an der Hessischen Bergstraße und am Mittelrhein…) hat sich der Riesling an der Nahe zur unbestrittenen Rebsorte Nr. 1 gemausert. Überhaupt ist das Weinbaugebiet Nahe Weißweinland.

75 Prozent der Rebflächen sind mit weißen Rebsorten bestockt. Nach dem Riesling sind das v.a. Müller-Thurgau/Rivaner und Silvaner (früher eine klassische Nahe Weinsorte), aber auch Weißburgunder und Grauburgunder sind im Kommen und in einigen Naheland-Winkeln werden sie als regelrechte Spezialitäten vermarktet.

Möchte man die Weine der Nahe mit Weinen anderer Regionen vergleichen, fällt das schwer in Wirte zu fassen. Die Weine hanen etwas herrlich Eigenes, Packendes. Am besten man probiert sich vor Ort einfach durch und macht sich im Anschluss ein eigenes Bild.

Besonderheiten der Weinregion Nahe

Das Weingebiet Nahe liegt direkt an der Grenze zum Rheingau und dem rheinhessischen Weintrubel. Der Rheingau ist zwar noch ein kleines bißchen kleiner, dafür aber kompakter und als Weinbaugebiet zusammenhängender und dadurch irgendwie griffiger. Der Rheingau ist natürlich auch sehr schön, aber manchmal viel zu überlaufen. Dagegen muss man im Weinbaugebiet Nahe an manchen Stellen das Weinbaugebiet genau suchen.

Wer die Ruhe sucht, sollte also den weitläufigen Nahe Wein erkunden, eine entspannte Landschaft (Großstädte gibts hier nicht), die mit schöner Regelmäßigkeit gespickt ist mit Weinbergen und Weingütern und dazwischen noch Platz zum Atmen lässt.

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